Soziologie

Etwas über Hirse

Kennt ihr noch das Märchen vom Hirsebrei? Welch herrliche Botschaft steckt doch in diesem alten Märchen: Hirsebrei macht satt! Wie konnte ein Getreide so in Vergessenheit geraten, dass uns nur noch das Märchen daran erinnert, dass Hirse früher in unserem Land ein viel beachtetes, kultiviertes und viel gegessenes Getreide war? Hirse ist wahrscheinlich das älteste vom Menschen kultivierte Getreide. Ursprünglich aus dem asiatischen Raum stammend, wurde sie in Europa schon in der Steinzeit zu Brei und Fladen verarbeitet. Im Mittelalter war die Hirse als Volksnahrungsmittel von großer Bedeutung und zählte zum meistangebauten Getreide in Deutschland, bis sie in der frühen Neuzeit durch die Einfuhr von Kartoffel und Mais verdrängt wurde. Der Name Hirse ist ein Sammelbegriff für verschiedene, einjährige Getreidesorten, die botanisch zu den Süßgräsern gehören. Die Hirsesorten unterscheiden sich in ihren Wachstumsformen, Eigenschaften und in ihrer Verbreitung zum Teil erheblich. Allen Sorten gemeinsam sind aber die kleinen, runden, goldgelb bis rot und braun aussehenden Samen. Unsere Speisehirse ist die Rispenhirse, die aufgrund ihrer goldgelben Farbe auch als Goldhirse bezeichnet wird. Sie ist eine 0,5 bis 1,5 m hohe anspruchslose Pflanze, die auf ärmsten Böden gedeiht und auch gegen Trockenheit und sogar Dürre gefeit ist. Die bespelzten eiförmigen Körner messen 2 bis 3 mm im Durchmesser und sind weiß, gelblich oder grün gefärbt. Spelzen und Schale werden bei der Verarbeitung zu Lebensmitteln entfernt. Da der Keim aber nach dem Entspelzen noch vorhanden ist, gilt es immer noch als Vollkorn. Die geschälten Hirsekörner können zu Mehl, Grieß oder Flocken weiterverarbeitet werden, werden jedoch vorwiegend als ganzes Korn angeboten. Mit Hirse kann man leckere und gesunde Gerichte zubereiten. Schon Pythagoras empfahl dieses Getreide, welches am reichsten mit Mineralien ausgestattet ist, um Gesundheit und Kraft zu stärken. Bereits mit 50 g Hirse können wir unseren Tagesbedarf an Eisen decken. Außerdem besitzt Hirse einen hohen Anteil an Kieselsäure, die für gesunde Haut, Haare und Nägel wichtig ist. Hirse hat daher einen Ruf als „Schönmacher“. Weiterhin enthält sie Fluroid und leistet damit einen Beitrag zur Gesunderhaltung der Zähne. Hirse soll außerdem gegen Herbst- und Winter Depressionen helfen. So nannte man die Hirse bereits im Mittelalter das „fröhliche Getreide“. Heute weiß man: Hirse kann Sonnenenergie lange speichern und gibt sie über die Nahrung an den menschlichen Organismus ab. Da Hirse kein Gluten enthält, ist sie auch für Getreide-Allergiker geeignet

Stand (22.04.2008)

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