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H

Hundsgugel
Dieser Helm, der von der Grundform eine Beckenhaube ist, besitzt ein schnauzenförmiges Klappvisier (->Hundeschnauze) und ist eine Weiterentwicklung früherer, mit flachem Klappvisier ausgestatteter Helme. Er kam ca. 1360-70 in Italien und Deutschland auf und trug dazu bei, die schweren, als Schutz beim Reiterangriff über der Beckenhaube getragenen, Kübelhelme endgültig abzulösen.
 
Höllenfenster
Siehe Surcot.
 
Herold
Der Herold (-> Heraldik ), verwandt mit dem Spielmann, ist eine speziell im 14. Jahrhundert an Bedeutung gewinnende Person, deren Aufgabe es war, Wappen und Abstammung von adligen Häusern zu kennen und zu prüfen. Seine Aufgaben umfassten unter anderem die Prüfung der Ehrhaftigkeit der Teilnehmer an zivilen Reiterwettkämpfen (Turnier), die Buchführung über Verdienste wie Verluste in der Schlacht und den Erhalt der heraldischen Regeln.
 
Heraldik
Die Heraldik bildet die Kunst der Wappenerstellung, Erkennung, Blasionierung (Beschreibung) und der damit verbundenen Herkunftsprüfung der Träger. Sie entwickelte sich vermutlich mit dem Aufkommen des geschlossenen Topfhelmes, der das Gesicht seines Trägers verbarg und eine Kennzeichnung in der Schlacht erforderte, wie auch mit der Zunahme der Bedeutung erbadeliger Häuser.
 
Hube
Eine Bewirtschaftungsfläche, die von ihren Äckern mit guter Bodenbeschaffenheit 36 Vierling Winterroggen an Saatgetreide erbringen sollte, von den Wiesen aber etwa 15 Fuder "süßes" und 6 Fuder "saures" Heu; dazu kam der entsprechende Anteil an Weiden, Streu und Holznutzung. Eine 1/2 Hube, gleichgestellt einem Zulehen, musste die Hälfte dieses Ertrages abwerfen, eine 1/4 Hube oder Keusche ein Viertel. Die Gleichsetzung eines Zulehens mit einer 1/2 Hube und einer Keusche mit einer 1/4 Hube war genau definiert: Es gab zwei Arten von Zulehen, nämlich "ausfündige und unausfündige".
 
Haspelseide
Siehe Maulbeerseide .
 
Hintersasse
Im Hoch und besonders ab dem beginnenden Spätmittelalter - bis etwa zum 16. Jahrhundert waren Hintersassen (syn. auch Hintersässen, Ansassen, Beisassen, Insassen) die Leute, die "hinter" einem Herrn sassen, d.h. einem Vogt, Gerichts- oder Grundherrn unterworfen waren. In den Städten und Ländern früher als in den ländl. Gemeinden - als H. vornehmlich jene bezeichnet, die in eine Stadt- oder Landgemeinde zogen oder sich unter einer Landesobrigkeit niederliessen und dabei im Unterschied zu den alteingesessenen Stadtbürgern, Landleuten bzw. Gemeinde- und Dorfgenossen als Einwohner minderen Rechts nicht das volle Bürgerrecht besassen. Im Vergleich zu den sog. Aufenthaltern (Gesinde, Dienstboten und Gesellen) waren sie dauerhafter, oft mit eigenem Haushalt, in der Gemeinede ansässig und enger als jene in die lokale Gesellschaft und das Wirtschaftsleben eingebunden.
 
Heuke
Die Ableitung des Wortes H. ist noch ungeklärt; neben der in der älteren Literatur vertretenen Auffassung, daß es sich dabei um eine Übernahme eines nordafrikanischen Umhanges namens haik handelt, dessen Bezeichnung und Verbreitung über die Mittelmeerländer und Frankreich bis nach Norddeutschland gedrungen ist, steht neuerdings die Theorie einer Ableitung des Terminus H. aus dem Germanischen und einer Ausbreitung des Typus von Deutschland, im besonderen von den nördlichen Gebieten aus. Der Begriff H. findet sich in norddeutschen, schriftlichen Quellen seit Beginn 14. Jh. massiert. Die H. gehört zur Grundausstattung der weiblichen Person, wird aber auch von Männern getragen. Charakteristikum der H. sind glockenförmiger Zuschnitt und Ärmellosigkeit. Die Männerheuke wird auf einer Schulter geknöpft, während die Frauenheuke über Schultern oder Kopf gelegt wird. Daneben gibt es H. mit Kragen, die in erster Linie ebenfalls von Frauen getragen werden. Material, Länge und Tragweise der H. wechseln. Lange H., die auf dem Boden nachschleppen (Braunschweig, 1409), gibt es neben kurzen, die in Verbindung mit Kapuzen genannt werden (Braunschweig, 1430) oder auch als Zeichen für Dirnen. Materialien sind meist Wollstoffe, die bisweilen mit Pelz gefüttert werden. Des öfteren unterscheidet man in der Ausstattung zwischen Alltags- und Sonntagsheuke.