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G

Gugel
Die Gugel ist ein im Mittelalter sehr beliebtes Kleidungsstück, welches aber prinzipiell von Männern getragen wurde und sich vor allem im 14. Jahrhundert besonderer Beliebtheit erfreute.

Eine Gugel ist eine Art von separater Kapuze, die auch teilweise die Schultern bedeckt und meist aus Wolle oder Loden hergestellt wird; gefütterte Varianten mit Leinen oder auch Seidenfutter sind ebenfalls üblich. Anfangs nur vom einfachen Volk getragen, setzte sie sich später auch beim Adel durch.

Eine weitere Variation der Tragweise ist die aufgerollte Version, bei die Gesichtsöffnung auf dem Kopf getragen wird.

Im Laufe des Spätmittelalters wird eine Variante der Gugel, meist vorne geknöpft oder genestelt, auch für Frauen gesellschaftsfähig.

 
Gambeson
Vermutlich im 12. Jahrhundert entstandene textile Rüstung unterschiedlichen Materials und Form, die in dickerer Ausführung als alleinige Rüstung für Fußsoldaten teilweise den einzigen erschwinglichen Torsoschutz darstellte, in dünnerer Ausführung (-> Aketon ) unter dem Ringelpanzer als Basis getragen wurde.
 
Gesinde
Das Gesinde (-> Knecht , Magd ) war im Mittelalter und der frühen Neuzeit der dienende Teil der Hausgemeinschaft, gestützt auf das biblische Hausherren-Dienstschaftsverhältnis, und war diesem zu vollem Gehorsam verpflichtet. Es stellte in Stadt und Land die Mehrzahl der unfreien, quasi rechtlosen Bevölkerung, die von einem Jahr aufs andere um Martini ihre Anstellung erhielt und in Geld, Naturalien, Kost und Logis, Kleidung und Stoffen vergolten wurde.
 
Gemarkung
Zusammenhängender Flurbesitz (-> Mark ).
 
gut betucht
Dieses heute noch gebräuchliche Sprichwort bezieht sich auf die Möglichkeit wohlhabender Personen im Mittelalter, sich stoff- bzw. faltenreichere Kleidung zu leisten. Tatsächlich war reicher Faltenwurf und große Stofffülle unabhängig von der Mode oft genug Zeichen wirtschaftlicher Prosperanz.