Waffen

Von Ringelpanzern und Falchions

Aus dem Mittelalter nicht fortzudenken ist neben den vielen Aspekten des alltäglichen (Über-)Lebens das Waffenhandwerk. Denkt man zunächst an dieses Thema, kommen einem Begriffe wie Ritter, Turnier, Schwerter und Rüstungen in den Sinn. Wo das Hochmittelalter noch mit der militärischen Unschlagbarkeit der berittenen Heere, Kreuzzüge bestritt und es nichts gab, was einem heranstürmenden Ritterheer gleichkam, entwickelte sich im 14. Jahrhundert eine gleichwohl effektivere Art des Kampfes. Ein Umdenken bei den Rittern und Adeligen, die sich ihrer „Unbesiegbarkeit“ lange Zeit zu sicher waren, setzte ein. Doch betrachten wir zunächst einmal die Rüstung eines Ritters zu Beginn des 14. Jahrhunderts. Nie wieder wird es eine Zeit geben, in der die Rüstung so schwer ist wie jetzt. In vielen Schichten wurden Rüstungsteile übereinander getragen: Der Akketon Eine Tuchrüstung, bestehend aus vielen Lagen dicht gewebten Leinens, bildet die erste Schicht der Rüstung. Dieses in Taschen genähte Rüstungsteil ist schon seit vielen Jahren die Grundlage der Rüstungsschichten und wurde lange alleine getragen. Der Ringelpanzer … oder auch das Kettenhemd. Eine Rüstung aus Tausenden von einzelnen, vernieten Ringen in einem komplizierten 4in1 Geflecht, die schon von den Römern getragen wurde und sich bis ins 16. Jahrhundert hielt. Der Plattenrock im engl. „Coat of Plate“. Eine Rüstung, die seit Ende des 13. Jahrhunderts getragen wurde. Auf ein Trägermaterial wie beispielsweise mehrere Lagen Leinen oder meist Leder werden einzelne Metallplatten genietet. Diese werden auf der Innenseite des Plattenrockes getragen, das Trägermaterial liegt außen; nur die Nieten sind in der Regel sichtbar. Aus dieser entwickelte sich die Brintiene des späteren Mittelalters. Die Rüstung wurde, je nach Abhängigkeit der jeweiligen finanziellen Möglichkeiten des Besitzers, mit einem Helm, Panzerungen der Arme, Beine und der Gelenke ergänzt. Zumeist wurden auch Handschuhe zum Schutz der Hände eingesetzt. Ein komplett gerüsteter Ritter in der Mitte des 14. Jahrhunderts konnte ein Rüstungsgewicht von bis zu 40 kg auf die Waage bringen. Im Laufe des 100-jährigen Krieges zwischen England und Frankreich verschob sich—wie Eingangs erwähnt—jedoch das Verhältnis der Kräfte. Nicht mehr länger waren die schwer bewaffneten berittenen Ritterheere der Garant für den Sieg! In der Schlacht von Crecy (26. August 1346) unterlagen die als klare Favoriten geltenden Franzosen gegen das kleinere Heer der Engländer, die den Feind mit Langbögen angriffen und schon nach kurzer Zeit den Großteil des französischen Adels und des übrigen berittenen Heeres ausgeschaltet hatten. Die in Panik darüber geratenen Franzosen waren anschließend keine ernst zu nehmende Gefahr mehr für die schnelle und effektive englische Infanterie—den Fußsoldaten. Die von den Franzosen eingesetzten Armbruster waren der Geschwindigkeit der Langbogen (bis zu 12 Pfeile in der Minute) nicht gewachsen.

Stand (22.04.2008)

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Die größten Fehlschläge der Militärgeschichte (diverse)
Heyne

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